{"id":5921,"date":"2017-02-15T16:53:36","date_gmt":"2017-02-15T15:53:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/?p=5921"},"modified":"2017-02-15T16:53:36","modified_gmt":"2017-02-15T15:53:36","slug":"ausstellung-90-0-0-s-von-maren-kames-im-literaturhaus-stuttgart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mokita.de\/blog\/2017\/02\/15\/ausstellung-90-0-0-s-von-maren-kames-im-literaturhaus-stuttgart\/","title":{"rendered":"Ausstellung: &quot;90\u00b0 0&#039; 0&quot; S&quot; von Maren Kames im Literaturhaus Stuttgart"},"content":{"rendered":"<p>Gestern Mittag habe ich zwei Schulklassen durch das <a href=\"https:\/\/www.dla-marbach.de\/museen\/literaturmuseum-der-moderne\/\">Literaturmuseum der Moderne in Marbach am Neckar<\/a> gef\u00fchrt. Jedes Mal k\u00e4mpfe ich dabei mit der Schwierigkeit, &#8222;Flachware&#8220; zum Leben zu erwecken. Wie stellt man Literatur aus? Wie bringt man sie nahe? Im Museum mache ich das \u00fcber Geschichten, \u00fcber Anekdoten zu den Ausstellungsst\u00fccken, zu den Autoren und Romanen.<\/p>\n<p>Gestern Abend zeigte Maren Kames, wie sie das macht. Letztes Jahr hat sie ihr Deb\u00fct &#8222;<a href=\"http:\/\/amzn.to\/2l7Zsbs\">halb taube halb pfau<\/a>&#8220; ver\u00f6ffentlicht und wurde die erste Kooperationsstipendiatin des <a href=\"http:\/\/www.literaturhaus-stuttgart.de\/event\/3607-2-90-0-0-s\/\">Literaturhauses Stuttgart<\/a> und der <a href=\"http:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/\">Akademie Solitude<\/a>. Hei\u00dft, sie hat nicht nur drei Monate auf Schloss Solitude verbracht, sondern dort aus ihrem Buch, ihren Worten die\u00a0Ausstellung &#8222;<a href=\"http:\/\/www.literaturhaus-stuttgart.de\/event\/3607-2-90-0-0-s\/\">90\u00b0 0&#8242; 0&#8243; S<\/a>&#8220; generiert.<\/p>\n<p>Schon ihr Buch (Rezension folgt) gleicht einer Partitur, die sich erst im Raum entfaltet. Die Seiten sind voller Wei\u00dfraum, die Form folgt dem Inhalt und geht Dank QR-Codes <a href=\"https:\/\/halb-taube-halb-pfau.com\/\">\u00fcber das Buch hinaus.<\/a><\/p>\n<p><iframe title=\"take eins by HALB TAUBE HALB PFAU\" width=\"500\" height=\"400\" scrolling=\"no\" frameborder=\"no\" data-src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F277403345&#038;show_artwork=true&#038;maxheight=750&#038;maxwidth=500\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" data-load-mode=\"1\"><\/iframe><\/p>\n<p>Diesen Ansatz hat Maren Kames in den Ausstellungsraum geholt. Neben den\u00a0Treppen ins Schriftstellerhaus steht der erste Schriftzug. Der Raum selbst klingt in jeder Ecke anders. Mal nur Sounds, mal Worte, meist viel davon \u00fcbereinander. Minibeamer projizieren alte Stummfilmsequenzen, Bilder oder Worte S\u00e4tze und Fragmente aus dem Buch. \u00dcberall im Raum finden sich Zitate aus dem Buch: An den W\u00e4nden, an den R\u00fcckseiten der Stuhllehnen, selbst an der Decke.<\/p>\n<p>Die Ausstellung ist eine Insel von Sinneseindr\u00fccken, die f\u00fcr sich funktioniert. Gl\u00fchen aber tut sie, wenn man das Buch kennt oder, wie bei der gestrigen Vernissage, man in diesem Raum einer Lesung beiwohnt. Ein roter Faden l\u00e4uft von den einzelnen Inseln zu der B\u00fchne, zu Maren Kames und Moderator Paul Brodowsky &#8211; ganz nebenbei, beides auch <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/2014\/09\/27\/ich-master-literarisches-schreiben-in-hildesheim\/\">Hildesheimer Absolventen<\/a> &#8211; \u00a0und macht daraus ein Gesamtkunstwerk.<\/p>\n<p>Da der Raum weiterhin f\u00fcr Veranstaltungen genutzt wird, beschr\u00e4nkt sich jede Installation, abgesehen von den Stuhllehnen, auf die W\u00e4nde und die Decke. Ich h\u00e4tte mir noch mehr Installation im physischen Raum gew\u00fcnscht. Aber in meinem Kopf ist die Vorstellung sehr sch\u00f6n, wie sich Kames&#8216; Worte im Raum bei einer anderen Veranstaltung ganz neu zusammensetzen und mit dem aktuell gesprochenen f\u00fcr jeden individuell verweben.<\/p>\n<p>Maran hatte mir im Vorfeld erz\u00e4hlt, &#8222;Die haben gesagt, hier hast du soundsoviel Geld, mach damit, was du willst.&#8220; Und genau das machte sie. Ganz viele Momente der Ausstellung, all die Kleinigkeiten, die sie so gut machen, sind Ergebnisse eines wirren Kopfes, dem man erlaubt, wirr zu sein. Sehr sehr toll. Geiler Schei\u00df, geradezu. Und dem Applaus nach stehe ich mit der Ansicht nicht alleine da. Ich w\u00fcnsche mir mehr Mut von Institutionen, solche Dinge m\u00f6glich zu machen. Wenn man dazu &#8222;Kunst&#8220; dr\u00fcberschreiben muss, soll mir das recht sein.<\/p>\n<p><em>&#8222;<a href=\"http:\/\/www.literaturhaus-stuttgart.de\/event\/3607-2-90-0-0-s\/\">90\u00b0 0&#8242; 0&#8243; S<\/a>&#8222;, eine Ausstellung von Maren Kames zu ihrem Deb\u00fct\u00a0&#8222;<a href=\"http:\/\/amzn.to\/2l7Zsbs\">halb taube halb pfau<\/a>&#8222;, erschienen im <a href=\"http:\/\/www.secession-verlag.com\/content\/halb-taube-halb-pfau\">Secession Verlag<\/a>, zu sehen bis zum 21. April im <a href=\"http:\/\/www.literaturhaus-stuttgart.de\/event\/3607-2-90-0-0-s\/\">Literaturhaus Stuttgart<\/a>. Die Ausstellung ist vor und nach den Abendveranstaltungen sowie nach telefonischer Anmeldung (Fon 0711 \/ 22 02 17 3) zu sehen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern Mittag habe ich zwei Schulklassen durch das Literaturmuseum der Moderne in Marbach am Neckar gef\u00fchrt. 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