{"id":5751,"date":"2016-10-26T15:39:33","date_gmt":"2016-10-26T14:39:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/?p=5751"},"modified":"2016-10-26T15:39:33","modified_gmt":"2016-10-26T14:39:33","slug":"ich-bin-es-muede-euch-jammern-zu-hoeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mokita.de\/blog\/2016\/10\/26\/ich-bin-es-muede-euch-jammern-zu-hoeren\/","title":{"rendered":"Ich bin es m\u00fcde, euch jammern zu h\u00f6ren."},"content":{"rendered":"<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Das Leben imitiert die Kunst: Die FAZ fasst in einer Artikel\u00fcberschrift den Plot meines Deb\u00fcts zusammen: <a href=\"https:\/\/t.co\/2Ci8t8oUBo\">https:\/\/t.co\/2Ci8t8oUBo<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/meV7Hwhkmx\">pic.twitter.com\/meV7Hwhkmx<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Fabian Neidhardt (@jahfaby) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/jahfaby\/status\/791206940235956224?ref_src=twsrc%5Etfw\">October 26, 2016<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Maximilian Weingartner hat f\u00fcr die FAZ einen Artikel <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/ueber-die-schwierigkeit-als-autor-zu-ueberleben-14491982.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">\u00fcber das schwere \u00dcberleben als Schriftsteller<\/a> geschrieben. Mir ist er vor allem deshalb aufgefallen, weil seine \u00dcberschrift den Plot meines\u00a0ersten Romanes &#8222;<a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/texte\/das-leben-ist-ein-erdbeben\/\">Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem T\u00fcrrahmen<\/a>&#8220; ganz gut zusammenfasst. Das fand ich witzig. Den Rest des Artikels fand ich interessant, aber nicht sonderlich neu.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full lazyload\" data-src=\"http:\/\/fs5.directupload.net\/images\/161026\/hpi63ntq.png\" alt=\"\" width=\"529\" height=\"561\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 529px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 529\/561;\" \/><\/p>\n<p>In meinem Social-Media-Freundeskreis dagegen, in dem auch viele andere Schreibende sind, wird der Artikel rumgereicht und als Rampe f\u00fcr ein Jammern verwendet, in das dann andere in den Kommentaren wieder einsteigen k\u00f6nnen. Das Bild oben ist nur ein Beispiel, davon gibt es in meiner Timeline mehrere und der Tenor ist, &#8222;uns geht es so schlecht, alle Menschen sind b\u00f6se und sowieso die Kostenloskultur und fr\u00fcher, klar war da alles besser. &#8220; Und alle nicken und bemitleiden sich selbst.<\/p>\n<p>Und ich stehe hier vor meinem Rechner und denke, was ein Schwachsinn. Was soll dieses Gejammere? Was soll dieses polemische Getue, ganz egal, ob es um Dinge wie die Kostenloskultur oder um das politische Klima geht. Es ist einfach, zu jammern. Noch einfacher, mitzujammern. Es f\u00fchlt sich so gut an, wenn man sich gegenseitig darin best\u00e4rken kann, wie schlecht es einem geht. Dabei ist das nicht der Fall. Ich hatte das schon vor kurzem in meiner <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/2016\/06\/26\/kommentar-zu-wahre-worte-nina-georges-rede-bei-den-buchtagen-2016-in-leipzig\/\">Replik zu Nina Georges Rede auf den Leipziger Buchtagen<\/a> und erst am Freitag auf der <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/2016\/10\/17\/die-frankfurter-buchmesse-und-ich-meine-termine-fbm16\/\">Buchmesse, als ich auf der B\u00fchne \u00fcber Piraterie diskutiert<\/a> habe:<\/p>\n<p>Wir haben das &#8222;Problem&#8220; Kostenloskultur schon l\u00e4ngst \u00fcberschritten. Wie lange wollt ihr euch denn daran aufh\u00e4ngen? Und Werteverfall? Wirklich? Als der Roman als Unterhaltungsmedium die Massen erreicht hatte, schrie die Elite auch schon &#8222;Werteverfall&#8220; gegen\u00fcber dem Drama und der Oper. Jetzt haben sich die Rollen gewandelt, aber die Schreie sind die gleichen.<\/p>\n<p>Warum ich Anfangs gesagt habe, der Artikel enth\u00e4lt kaum Neues: Wer kommt denn \u00fcberhaupt auf die Idee, Schriftsteller sollten allein vom B\u00fccherverkauf leben k\u00f6nnen? Seit wann geh\u00f6ren Aktivit\u00e4ten wie Lesungen nicht mehr zum &#8222;Beruf&#8220; Schriftsteller? Seit wann ist das Schreiben ein Beruf? Die Zeiten, dass Menschen nur vom Schreiben leben k\u00f6nnen, sind noch gar nicht so lang. Goethe und Schiller hatten ihre M\u00e4zene, Kafka hat in der Versicherung gearbeitet, K\u00e4stner war Journalist und Hesse hat sich sein Zubrot verdient, indem er pers\u00f6nliche Texte f\u00fcr seine Fans verfasst hat. Nat\u00fcrlich gibt es Menschen, die allein vom Buchverkauf leben, aber diese waren schon immer wenig. Und die Raubkopierer gibt es ebensolange, wie es den Buchdruck gibt. Das sind keine neuen Probleme und fr\u00fcher war eben nicht alles besser.<\/p>\n<p>Die Deutschen geben nicht nur <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/ZahlenFakten\/GesellschaftStaat\/EinkommenKonsumLebensbedingungen\/Konsumausgaben\/Tabellen\/PrivaterKonsum_D_LWR.html\">immer mehr Geld aus<\/a>, sie geben auch immer mehr Geld f\u00fcr Kultur und Unterhaltung, also auch f\u00fcr B\u00fccher aus. Und \u00fcberhaupt, erst Anfang des Jahres wurde Deutschland zum <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/news\/worldviews\/wp\/2016\/01\/20\/these-are-the-worlds-best-countries-sorry-america-youre-number-4\/\">besten Land der Welt<\/a> gek\u00fcrt.<\/p>\n<p>Klar gibt es \u00fcberall Probleme und will nichts weg oder klein reden. Ich kann es nur nicht h\u00f6ren, wenn jemand unfundiert und nur des Jammerns wegen jammert. Und richtig schlimm finde ich es, wenn man\u00a0dazu dann nickt. Wenn euch wirklich etwas st\u00f6rt, dann arbeitet daran. Diese Welt ist st\u00e4ndig im Wandel. Wandelt euch mit, passt euch an. Das ist Arbeit und anstrengend. Aber es lohnt sich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leben imitiert die Kunst: Die FAZ fasst in einer Artikel\u00fcberschrift den Plot meines Deb\u00fcts zusammen: https:\/\/t.co\/2Ci8t8oUBo pic.twitter.com\/meV7Hwhkmx &mdash; Fabian Neidhardt (@jahfaby) October 26, 2016 Maximilian Weingartner hat f\u00fcr die FAZ einen Artikel \u00fcber das schwere \u00dcberleben als Schriftsteller geschrieben. 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