{"id":5261,"date":"2015-07-20T12:17:26","date_gmt":"2015-07-20T11:17:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/?p=5261"},"modified":"2015-07-20T12:17:26","modified_gmt":"2015-07-20T11:17:26","slug":"5-dinge-die-verlage-besser-machen-koennten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mokita.de\/blog\/2015\/07\/20\/5-dinge-die-verlage-besser-machen-koennten\/","title":{"rendered":"5 Dinge, die Verlage besser machen k\u00f6nnten."},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/fs2.directupload.net\/images\/150720\/y6hmrdmj.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"500\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 1000px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 1000\/500;\" \/>B\u00fccher, Film, Musik oder Spiele, jede Art der Unterhaltungsindustrie hat in den letzten Jahren, fast Jahrzehnten und besonders durch die Digitalisierung und das Internet tiefgreifende Ver\u00e4nderungen erfahren. Ist nichts Neues. Was aber leider ebenso nicht neu ist, ist die Beobachtung, dass die Industrien offensichtlich nicht voneinander lernen \u00a0k\u00f6nnen. Die Fehler, die der Musikindustrie unterlaufen sind, hat die Filmindustrie fast genauso gemacht.<\/p>\n<p>Und speziell in der Buchbranche beobachte ich genau das gleiche Ph\u00e4nomen. Nat\u00fcrlich gibt es wunderbare Vorreiter und innovative Sachen, aber besonders die gro\u00dfen und alteingessenen Verlage haben offensichtlich ein Problem, mit diesem Internet und der M\u00f6glichkeit der Digitalisierung umzugehen. Ich habe keinen Verlag und auch in n\u00e4chster Zeit nicht vor, einen zu gr\u00fcnden. Aber wenn &#8230;<\/p>\n<p>Hier sind meine f\u00fcnf Dinge, die Verlage heutzutage besser machen k\u00f6nnten.\u00a0Die\u00a0Ideen sind nicht neu und werden in anderen Industrien verwendet, aber in der Buchindustrie ist noch kaum was davon angekommen.<\/p>\n<p><strong>1. Freemium-B\u00fccher<\/strong>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freemium\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Freemium<\/a> ist ein Kofferwort, zusammengesetzt aus Free (englisch f\u00fcr &#8222;kostenlos&#8220;) und Premium und kommt aus dem Software und Spielebereich. Das hei\u00dft, das Programm oder das Spiel selbst ist erstmal gratis benutzbar, aber besondere Zusatzfunktionen kosten dann Geld.<\/p>\n<p>Wie kritisch manche Freemium-Entwicklung sein m\u00f6gen, der Grundgedanke k\u00f6nnte in der Buchbranche ganz gut funktionieren: Ein Buch erscheint und wird komplett kostenlos online gestellt. Jeder kann das Buch lesen. Wer es aber bequem auf seinem eReader oder als gedrucktes Buch haben will, zahlt daf\u00fcr. Ebenso f\u00fcr die H\u00f6rbuchversion und &#8222;weitere Inhalte&#8220; (siehe 3.).<\/p>\n<p>Bevor jetzt jemand schreit, dass man dann ja weniger verkauft, hier ist der Hintergrundgedanke. Wir brauchen uns doch nichts vormachen, wenn heutzutage jemand etwas kostenlos haben will, sei es einen Film, Musik oder eben auch ein Buch, dann bekommt er es auch. Vielleicht muss er ein bisschen suchen und \u00fcber die Legalit\u00e4t brauchen wir nicht reden, aber er wird es bekommen. Wieso nicht hier eingreifen? Selbst von Anfang an eine <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/texte\/das-leben-ist-ein-erdbeben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kostenlose Version<\/a> des Buches ver\u00f6ffentlichen, die direkt auf die &#8222;Premium-Versionen&#8220; verweist.<\/p>\n<p>Es gibt ein <a href=\"https:\/\/medium.com\/medium-writing-prompts\/why-give-away-your-work-for-free-5ed4513d5fa8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">paar Autoren<\/a>, die das so handhaben, unter anderem Paolo Coelho und Cory Doctorow. Aber in der breiten Masse ist das noch nicht angekommen. Dabei geht es heutzutage am ehesten darum, aus der Masse an Ver\u00f6ffentlichungen rauszustehen. 2013 wurden in Deutschland mehr als <a href=\"http:\/\/www.boersenverein.de\/de\/182716\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">96.000 B\u00fccher<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Ich glaube, eine kostenlose Version eines Titels verschafft mehr Werbung und Bekanntheit, als viele andere Ma\u00dfnahmen. Dann sollte man aber auch die Werbung nutzen und<\/p>\n<p><strong>2. Alle Formate gleichzeitig anbieten.<\/strong><\/p>\n<p>Das System &#8222;Erst Hardcover und rund ein Jahr sp\u00e4ter das g\u00fcnstigere Taschenbuch&#8220; kommt aus einer Zeit, in der die Menschen sich auch noch mehrere Stunden am St\u00fcck auf etwas konzentrieren konnten.<\/p>\n<p>Heute verteilt sich die Aufmerksamkeit viel mehr. Es gibt viel zu viele Sachen, die einen ablenken, was sich in den Verkaufszahlen niederschl\u00e4gt. Konnte man fr\u00fcher sagen, dass sich ein Taschenbuch etwa doppelt so oft verkauft hat, wie das Hardcover im Vorjahr, so hat sich das heute umgedreht. Es werden nur noch etwa halb so viele Taschenb\u00fccher wie Hardcover verkauft. Ich kenne keine offiziellen Daten dar\u00fcber, aber ich denke, das hat viel mit oben genannter Aufmerksamkeit zu tun. Ein Buch bekommt, wenn es Gl\u00fcck hat, bei seiner Ver\u00f6ffentlichung als Hardcover noch eine B\u00fchne und es wird dar\u00fcber gesprochen und dadurch verkauft es sich. Das Taschenbuch aber geht heutzutage einfach in der Masse unter. Und die Leute, denen das Hardcover zu teuer ist und auf das Taschenbuch warten, haben bis dahin etwas anderes gefunden.<\/p>\n<p>Warum also nicht das System der Musikindustrie aufnehmen und f\u00fcr jeden alles anbieten? Es gibt gleichzeitig eine kostenlose digitale Version (siehe 1.), die g\u00fcnstige Version f\u00fcr eReader, das Taschenbuch, das Hardcover, und je nach Titel und Aufmerksamkeit das H\u00f6rbuch, die Live-DVD der Lesung und vielleicht sogar die\u00a0auf 400 St\u00fcck limitierte handgedruckte Version, samt Signatur und dazu noch die<\/p>\n<p><strong>3. Premium-Inhalte.<\/strong><\/p>\n<p>Ein Buch ist mehr als ein Text. Ein Buch ist ein Kosmos, samt einer Entstehungsgeschichte und vielen Hintergrundinfos. Die Filmindustrie hat sich genau diese Sachen zunutze gemacht und verkauft nicht nur Filme, sondern auch alles was passiert, bis es zum Film kommt. Das k\u00f6nnten auch in der Literatur die Premium &#8211; Inhalte sein. Geschichten und <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/tag\/indie-autor\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bilder zum Entstehungsprozess<\/a>, Interviews mit dem Autoren und <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/2013\/08\/14\/erdbeben-autorenkommentar-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Autorenkommentare<\/a>, das Pendant zu den Audiokommentaren bei Filmen. Aber auch gel\u00f6schte Szenen, Merchandise, Lesereisen und so weiter.<\/p>\n<p>Dabei geht es gar nicht direkt darum, mehr zu verkaufen. Sondern darum, einen Leser l\u00e4nger und tiefer an ein Buch zu binden. Ihm so viel zu geben, dass er nicht direkt nach dem Lesen ein Buch zuklappt und ein anderes \u00f6ffnet, sondern noch eine Weile in der Welt lebt und auch andere dort reinziehen kann. Und damit kommen wir auch zum n\u00e4chsten Punkt,<\/p>\n<p><strong>4. Fanfiction bef\u00fcrworten.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fan-Fiction\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fanfiction<\/a> sind Geschichten, die Menschen\u00a0schreiben, die aber in einer schon existierenden Welt spielen. Wenn ich also beispielsweise die Geschichte von Harry Potters Eule erz\u00e4hlen w\u00fcrde, w\u00e4re das Fanfiction. Fanfiction ist ein riesiger Bereich, aber ein Thema, von dem ich in Deutschland das Gef\u00fchl habe, dass es viel zu wenig von den Verlagen und Autoren aufgegriffen wird. Leider geht es bisher meistens eher um die Frage, ob durch Fanfiction ein Urheberrecht gebrochen wird. Dabei ist diese Art von Geschichten erstmal ein riesiger Beweis, wie tief jemand in einer Geschichte ist. Warum diesen Umstand nicht nutzen? Warum nicht auf den Webseiten zu den B\u00fcchern zu Fanfiction aufrufen? Vielleicht sogar Anthologien mit den besten Geschichten rausbringen. Damit das aber auch geht, sollten Verlage<\/p>\n<p><strong>5. Creative Commons &#8211; Lizenzen nutzen.<\/strong><\/p>\n<p>Die kostenlose Version sollte nicht nur kostenlos sein, sondern als kreatives Allgemeingut gelten. Kunst inspiriert zu neuer Kunst. Und mittlerweile ist irgendwie alles ein <a href=\"http:\/\/everythingisaremix.info\/watch-the-series\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Remix<\/a> schon existierender Sachen. Besonders auff\u00e4llig ist das in der Musik. IN der Literatur ist das ebenso, es wird nur nicht so geduldet. Dabei tr\u00e4gt eine Besch\u00e4ftigung eines Menschen mit einem Buch nur zu dessen Bekanntheit bei. Mein <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/texte\/das-leben-ist-ein-erdbeben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erster Roman<\/a> ist nicht nur kostenlos verf\u00fcgbar, sondern unter einer CC-Lizenz. Und deshalb gibt es eine <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/2013\/04\/12\/das-leben-ist-ein-erdbeben-das-erste-horbuch-kapitel-gelesen-von-klaus-neubauer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">H\u00f6rbuchversion<\/a>! Weil sich jemand anderes, einfach, weil er Lust darauf hatte, mit meinem Werk so sehr auseinandergesetzt hat. Was kann denn einem Buch besseres passieren?<\/p>\n<p>Das sind meine Tipps\u00a0f\u00fcr einen Verlag in heutiger Zeit. Vieles davon ist nur angerissen und ich h\u00f6re schon die ganzen Aber. Gleichzeitig hoffe ich, dass sich trotzdem ein paar dar\u00fcber Gedanken machen\u00a0und ich freue mich auf eine Diskussion.<\/p>\n<p>Achja. Der Bonus-Track:<\/p>\n<p><strong>6. Wenn ich einen Verlag h\u00e4tte,\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>w\u00fcrde ich all das genannte versuchen. Und ich w\u00fcrde ihn &#8222;immernah&#8220; nennen. Mit dem Untertitel &#8222;greifbare B\u00fccher&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00fccher, Film, Musik oder Spiele, jede Art der Unterhaltungsindustrie hat in den letzten Jahren, fast Jahrzehnten und besonders durch die Digitalisierung und das Internet tiefgreifende Ver\u00e4nderungen erfahren. Ist nichts Neues. Was aber leider ebenso nicht neu ist, ist die Beobachtung, dass die Industrien offensichtlich nicht voneinander lernen \u00a0k\u00f6nnen. 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