{"id":5246,"date":"2015-10-22T14:34:35","date_gmt":"2015-10-22T13:34:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/?p=5246"},"modified":"2015-10-22T14:34:35","modified_gmt":"2015-10-22T13:34:35","slug":"bericht-literarisches-schreiben-in-hildesheim-semester-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mokita.de\/blog\/2015\/10\/22\/bericht-literarisches-schreiben-in-hildesheim-semester-2\/","title":{"rendered":"Bericht: Literarisches Schreiben in Hildesheim, Semester 2"},"content":{"rendered":"<p>Dies ist die erste Woche des dritten Semesters, die Semesterferien habe ich mit einem Praktikum und in <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/2015\/09\/01\/und-ploetzlich-werden-die-probleme-in-der-ukraine-persoenlich\/\">Polen<\/a> verbracht. Bevor das zweite Studienjahr richtig beginnt, hier der Bericht \u00fcber Semester 2.<\/p>\n<p>Viel von dem, was im <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/2015\/02\/25\/bericht-literarisches-schreiben-in-hildesheim-semester-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ersten Semester<\/a> passiert ist und mir aufgefallen ist, gilt auch noch im zweiten. Man groovt sich mehr ein, lernt in anderen\u00a0Seminaren und Kursen neue Leute kennen und kommt langsam in dieser Blase der Dom\u00e4ne an. Der Sommer und das warme Wetter f\u00f6rdern das Zusammensitzen auf der Wiese und die gemeinsame Zeit extrem.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite aber hat sich bei mir ein gro\u00dfes Gef\u00fchl von Ellenbogenmentalit\u00e4t und Abgrenzung festgesetzt.<\/p>\n<p>An der Musikhochschule, in <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/geschriebenes\/sprechkunst-und-kommunikationspaedagogik-der-studiengang\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sprechkunst<\/a>, lernt man in den ersten Semestern, dass es egal ist, wie man von au\u00dfen aussieht. Man macht so viele K\u00f6rper\u00fcbungen, humpelt\u00a0wie ein Zombie durch den Raum oder sagt andauernd komische lautmalerische Worte vor sich her, dass man auf keinen Fall dar\u00fcber nachdenken kann, wie man jetzt gerade aussieht und auf andere wirkt. Weil dann bringen all die \u00dcbungen nichts. Man wird mutig darin, bl\u00f6d auszusehen. Und dadurch ist man frei, alles zu tun. Und weil das alle machen, ist auch alles okay.<\/p>\n<p>In dieser Blase in Hildesheim w\u00e4ren daf\u00fcr die perfekten Vorraussetzungen. Man ist unter K\u00fcnstlern und man studiert. Man will sich ausprobieren. Man will Sachen machen, die man sonst nicht macht. Aber mir scheint, das genaue Gegenteil ist der Fall. Weil es so ein Kleinstkosmos und es eher gegenseitiges Konkurrieren ist, beobachtet anscheinend jeder jeden genau. Zumindest verhalten sich fast alle so, als w\u00e4ren andauernd unter Beobachtung. Was wiederum auch hei\u00dft, dass man kaum in Kontakt mit anderen Leuten kommt. Selbst, wenn man sich in einem Kurs kennengelernt hat, sobald auf der Wiese ist, wird man vielleicht noch angenickt, aber ansonsten verbleibt man in den Gruppen der Leute, die man kennt. Ich habe nur wenige, daf\u00fcr aber umso sch\u00f6nere Ausnahmen entdeckt.<\/p>\n<p>Ich kann nicht genau sagen, woran das liegt. Vielleicht daran, dass es es zwischen all den luxori\u00f6sen und elit\u00e4ren Studieng\u00e4ngen nochmal eine zumindest subjektive Rangordnung gibt. Dass beispielsweise die Bachelorstudenten Kreatives Schreiben sich als die &#8222;besseren Schreiber&#8220; ansehen, als die Kultuwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Literatur. Wie gesagt, ich wei\u00df nicht, ob das so ist, aber f\u00fcr mich f\u00fchlt es sich oft so an. Aber auch innerhalb der Studieng\u00e4nge, zumindest bei den Schreibern, scheint es viel Rivalit\u00e4t zu geben. Als ob man jemand anderem einen guten Text nicht g\u00f6nnt.<\/p>\n<p>Das Gef\u00fchl, dass diese Stimmung hinterl\u00e4sst, ist schal und schm\u00e4lert das Erlebnis Hildesheim ein wenig. Sollte die Studienzeit doch ein wenig freier ablaufen.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich war das zweite Semester anstrengend, ern\u00fcchternd, demotivierend und unglaublich sch\u00f6n. Ich lerne mehr, als ich gedacht h\u00e4tte. Mehr \u00fcber Literatur im allgemeinen, mehr \u00fcber Schriftsteller und die Literaturwelt und vor allem mehr \u00fcber mein eigenes Schreiben. Mein Mentor f\u00fcr mein <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/texte\/eine-nacht-mit-genuegend-schlaf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Romanprojekt<\/a>\u00a0f\u00fcr das Semester war <a href=\"http:\/\/www.boersenblatt.net\/870968\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anvar Cukoski<\/a>, seit letztem Jahr Lektor bei Piper. Anvar ist, um es mit den Worten von Lester Bangs zu sagen, ehrlich und unbarmherzig. Das wirft einen erstmal ganz sch\u00f6n hart auf den Boden. Aber bringt einen auch am meisten weiter.<\/p>\n<p>Das Pendeln hat auch im zweiten Semester gut funktioniert. Klar ist es anstrengend und nicht die billigste Art des Lebens. Aber ich halte meine Kontakte in Stuttgart und das ist mir wichtiger, als nach Hildesheim zu ziehen.<\/p>\n<p>Nun komme ich ins\u00a0dritten Semester. Besch\u00e4ftige mich diesmal mit Kursen \u00fcber Coming-of-Age, Kunstb\u00fccher und das Erz\u00e4hlen. Und habe als Mentor f\u00fcr meinen Roman <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kevin_Kuhn\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kevin Kuhn<\/a>. Schon jetzt zeichnet sich ab, das dieses Semester wieder aus viel Lesen und Schreiben besteht. Aber ich hab Bock drauf. Und ich freue mich. In diesem Sinne, L\u00e4cheln, Fabian.<\/p>\n<p>PS: Das Literaturinstitut hat eine kleine Slideshow aus Bildern und Interviews zusammengebaut, wie es so ist, in Hildesheim zu studieren. Wer genau hinguckt, sieht mich. Ist aber auch sch\u00f6n, eine breitere Masse an Meinungen zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p><iframe title=\"Das Studium am Literaturinstitut Hildesheim\" width=\"500\" height=\"281\" data-src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/SmIHO1tjl0U?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" data-load-mode=\"1\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist die erste Woche des dritten Semesters, die Semesterferien habe ich mit einem Praktikum und in Polen verbracht. Bevor das zweite Studienjahr richtig beginnt, hier der Bericht \u00fcber Semester 2. Viel von dem, was im ersten Semester passiert ist und mir aufgefallen ist, gilt auch noch im zweiten. 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