{"id":5204,"date":"2015-05-27T20:25:22","date_gmt":"2015-05-27T19:25:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/?p=5204"},"modified":"2015-05-27T20:25:22","modified_gmt":"2015-05-27T19:25:22","slug":"roman-der-ewige-von-joann-sfar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mokita.de\/blog\/2015\/05\/27\/roman-der-ewige-von-joann-sfar\/","title":{"rendered":"Roman: Der Ewige von Joann Sfar"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/fs2.directupload.net\/images\/150527\/b4trkwzt.jpg\" alt=\"\" width=\"1944\" height=\"1944\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 1944px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 1944\/1944;\" \/><\/p>\n<p>Der erste Satz aus <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3847905856\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3847905856&amp;linkCode=as2&amp;tag=mokita-21&amp;linkId=V5TDHFIA54K6ZLZC\">Der Ewige<\/a><img decoding=\"async\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=mokita-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3847905856\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/>:<\/p>\n<blockquote><p>Ich wecke sie, wenn ich Geige spiele.<\/p><\/blockquote>\n<p>Was zum Teufel? Was soll das denn bitte? Vor einiger Zeit sehe ich in diesem Internet dieses Cover und denke, ja, das k\u00f6nnte cool sein. Dann lese ich den <a href=\"https:\/\/www.luebbe.de\/eichborn\/buecher\/litcom\/der-ewige\/id_2776105?etcc_med=Slider&amp;ver=Eich&amp;etcc_cu=onsite&amp;etcc_cmp=Der%20Ewige&amp;etcc_var=B2C%2FEichborn%2FNeuerscheinungen%2FMai&amp;etcc_plc=Startseite&amp;ir_name=Eichborn%2FStartseite\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klappentext<\/a>\u00a0und denke, yeai, das wird eine unterhaltsame, seichte Lekt\u00fcre:<\/p>\n<blockquote><p>In New York begibt sich ein junger Ukrainer in die Psychoanalyse, er\u00a0will endlich seine Biografie aufarbeiten.\u00a0Am Anfang des letzten Jahrhunderts\u00a0starb er auf einem Schlachtfeld in Europa &#8211; nur um kurz darauf als Vampir wiederaufzuerstehen. Ein Zustand, mit dem er sich nie anfreunden konnte, der ihm zuwider war,\u00a0der ihn von seiner gro\u00dfen Liebe entfernte und der neben dem ungem\u00fctlichen Blutsaugen auch noch andere Unannehmlichkeiten mit sich brachte. Der so h\u00f6fliche, wohlerzogene Mann verliebt sich\u00a0nun hundert Jahre sp\u00e4ter\u00a0in seine Therapeutin. Beiden ist nicht bewusst, wie verwoben ihre Geschichten sind und in welcher Gefahr sie schweben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber dann schl\u00e4gt man das Buch auf und alles kommt anders. Achtung, Spoiler.<\/p>\n<p>Erst die Geschichte. Die erste H\u00e4lfte des Romans ist die Geschichte von Jonas, wie er ein Vampir wird und in Europa versucht, sich um die Liebe seines Lebens zu k\u00fcmmern. Problem ist aber, diese Liebe hat ihn eigentlich nie geliebt. Und dann kommt dazu, er &#8222;entfernt&#8220; sich von seiner Liebe, weil sie von einem anderen Vampir get\u00f6tet wird. Achja, und weil sein Bruder sie heiratet. Was passiert hier eigentlich? Und nach rund 200 Seiten bricht alles ab, wir springen knapp 100 Jahre und ein paar tausend Kilometer in die Vereinigten Staaten zu der Psychoanalytikerin, deren F\u00e4higkeiten darin zu bestehen scheinen, ziemlich gro\u00dfe Br\u00fcste zu haben. Nat\u00fcrlich treffen sich die Beiden auch, aber alles, was man mitbekommt, sind drei Tage, in denen so viel krudes Zeug passiert, das nichts mit dem Klappentext zu tun hat. Ich habe schon viel komische und unpassende <a href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/?s=klappentext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klappentexte<\/a> gelesen. Aber das hier toppt alles um L\u00e4ngen!<\/p>\n<p>Und dann die Sprache. Auch hier: Was soll das denn bitte? Da versucht der Autor (vielleicht auch der \u00dcbersetzer), einen relativ literarischen Stil beizubehalten und der Geschichte, die \u00fcberhaupt nicht literarisch ist, vielleicht doch ein wenig einen seri\u00f6sen Anstrich zu geben. Und dann tauchen alle paar Seiten pl\u00f6tzlich so Worte wie &#8222;schlabberte&#8220; und &#8222;M\u00f6se&#8220; drin auf, dass so fehl am Platz wirkt,\u00a0dass ich \u00fcber jedes dieser Worte gestolpert bin. Genauso wie die Geschichte hat auch die Sprache nicht funktioniert.<\/p>\n<p>Ich kann es wirklich nicht fassen. Ich will gar nicht \u00fcber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joann_Sfar\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Joann Sfar<\/a> schreiben. Ich kenne seine Filme und seine Comics nicht. Und nach diesem Buch habe ich keine Eile, sie kennenzulernen. Vielleicht gibt es f\u00fcr diese Art von Roman eine Zielgruppe, die ihn feiern. Aber sie werden ihn nie lesen, denn niemand vermutet dieses Buch hinter dem Umschlag und dem Klappentext. Und diejenigen, die gerne geliefert haben wollen, was der Umschlag und Klappentext versprechen, die werden entt\u00e4uscht. Nene, lest lieber was anderes. Aber lasst die Finger hiervon.<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3847905856\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3847905856&amp;linkCode=as2&amp;tag=mokita-21&amp;linkId=V5TDHFIA54K6ZLZC\">Der Ewige<\/a>\u00a0von Joann Sfar wurde \u00fcbersetzt von Thomas Brovot und erschien bei Eichborn.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erste Satz aus Der Ewige: Ich wecke sie, wenn ich Geige spiele. Was zum Teufel? Was soll das denn bitte? Vor einiger Zeit sehe ich in diesem Internet dieses Cover und denke, ja, das k\u00f6nnte cool sein. 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