{"id":4996,"date":"2014-11-17T10:24:48","date_gmt":"2014-11-17T09:24:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/?p=4996"},"modified":"2014-11-17T10:24:48","modified_gmt":"2014-11-17T09:24:48","slug":"dicere-aude-habe-den-mut-zu-sprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mokita.de\/blog\/2014\/11\/17\/dicere-aude-habe-den-mut-zu-sprechen\/","title":{"rendered":"Dicere Aude: Habe den Mut zu sprechen."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/s14.directupload.net\/images\/141117\/jp4ejv3o.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/s14.directupload.net\/images\/141117\/jp4ejv3o.jpg\" alt=\"\" width=\"1944\" height=\"1944\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 1944px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 1944\/1944;\" \/><\/a><\/p>\n<p>Da ich mittlerweile in Hildesheim studiere, aber in Stuttgart lebe, verbringe ich viel Zeit in Nachtbussen und Z\u00fcgen, vor allem \u00fcber Nacht. Daf\u00fcr bin ich mittlerweile ganz gut ausger\u00fcstet mit Nackenkissen und neuem Akku f\u00fcr meinen Rechner, damit ich in vollen Z\u00fcgen leben und arbeiten kann. K\u00fcrzlich also das: Ich steige um 23 Uhr in Frankfurt in den Zug, um 1 soll ich in Stuttgart sein. Ich suche mir einen freien Platz und lande im Ruheabteil und mache mir kurz Gedanken, dar\u00fcber, ob das Tastaturtippen zu laut sein k\u00f6nnte. Angesichts der lautstarken Gespr\u00e4che der anderen Mitreisenden schient mir das aber nicht der Fall zu sein. Also arbeite ich los. Schreiben am aktuellen <a title=\"Heute habe ich einen Roman fertig geschrieben.\" href=\"http:\/\/www.mokita.de\/blog\/2013\/12\/16\/heute-habe-ich-einen-roman-fertig-geschrieben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Roman<\/a>, eine Arbeit, die irgendwann in einer Art von Rausch stattfindet. Etwa um Mitternacht h\u00f6re ich jemanden im Abteil fluchen, &#8222;Ich schmei\u00df das Teil gleich aus dem Fenster!&#8220;, und \u00fcberlege mir, mit was f\u00fcr einem Ger\u00e4t er wohl so gro\u00dfe Probleme hat, wahrscheinlich ein Smartphone oder ein Tablet. Dann aber, 10 Minuten vor Stuttgart fliegt ein Papierk\u00fcgelchen knapp an meinem Kopf vorbei.<\/p>\n<p>Ich stutze, sehe auf und bemerke, dass das Tippen neben dem Schnarchen eines Schlafenden mittlerweile das lauteste Ger\u00e4usch im Waggon ist. Und ahne, dass der Fluch vorher meinem Rechner gegolten haben\u00a0k\u00f6nnte. Mein Gesicht f\u00fchlt sich an, als werde ich rot, niemals ist es meine Absicht, jemanden zu ver\u00e4rgern. Ich h\u00f6re auf zu tippen. Im oben genannten Rausch habe ich nicht mitbekommen, wie laut ich anscheinend gewesen bin und das ist mir peinlich. Aber auf der anderen Seite werde ich pissig. Was ist das bitte f\u00fcr eine Art? Ernsthaft:<\/p>\n<p>Komm zu mir, sag mir, ich bin zu laut, und ich werde stutzen und immer noch peinlich ber\u00fchrt sein, aber dann h\u00f6re ich entweder auf oder wechsele das Abteil. Du k\u00f6nntest schlafen, ich kann arbeiten. Kein Problem. Einfach mit mir reden. Oder grunds\u00e4tzlich: Einfach den Mund aufmachen.<\/p>\n<p>Aber\u00a0hier kommt die Kehrseite: Manchmal liege ich auch im Bus und denke, &#8222;Haltet doch endlich mal die Klappe.&#8220;, und sage nichts. Ich w\u00fcrde nie etwas werfen. Aber sagen tu ich auch nichts. Vielleicht ist es doch nicht so einfach, den Mund aufzumachen. Also: Habe den Mut den Mund aufzumachen. Und das gilt auch f\u00fcr mich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich mittlerweile in Hildesheim studiere, aber in Stuttgart lebe, verbringe ich viel Zeit in Nachtbussen und Z\u00fcgen, vor allem \u00fcber Nacht. 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